Die Geschichte der Stadt Brüel

Brüel liegt nahe der mittleren Warnow im nördlichen Bereich der Sternberger Seenlandschaft. Die Stadt wird flankiert durch den Roten See im Süden, den Keezer See im Westen sowie den Tempziner See und dem Groß Labenzer See im Norden und Nordosten. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist eine unbenannte Höhe südwestlich der Stadt mit 70,2 m ü. HN. Die Entfernung zur Hansestadt Wismar beträgt etwa 30 Kilometer, zur Landeshauptstadt Schwerin etwa 27 Kilometer.
Zu Brüel gehören die Ortsteile Golchen, Keez, Necheln, Alt Necheln, Kronskamp und Thurow. Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Langen Jarchow, Zahrensdorf, Blankenberg, Weitendorf und Kuhlen-Wendorf.

Frühgeschichte

Die frühesten Funde eines Lagerplatzes, sowie steinerner Werkzeuge steinzeitlicher Nomaden im Innenstadtbereich von Brüel stammen bereits aus dem Mesolithikum (mittlere Steinzeit), also etwa einer Zeit von 8000 bis 4000 v. Chr. Eine erste sesshafte Besiedelung erfolgte nachweislich im Neolithikum (Jungsteinzeit), Archäologen fanden sowohl Spuren steinzeitlicher Häuser, als auch Keramik und Steingeräte aus dieser Zeit. Ob auch in der Bronze- oder Eisenzeit Menschen hier lebten ist anhand der Funde nicht erkennbar.

Mittelalter

Erste Spuren einer Besiedelung finden sich erst wieder in der älteren Slawenzeit ab dem 6. Jahrhundert. Aus dieser Zeit wurden beispielsweise Reste einer Herdstelle sowie Teile einer Küche entdeckt. Seither sind aus allen folgenden Jahrhunderten Funde belegt, was eine durchgehende Besiedelung bis zur urkundlichen Ersterwähnung wahrscheinlich macht. Während der Ost-Kolonisation unter Heinrich dem Löwen wurde die vorhandene Slawenburg im 12. Jahrhundert zerstört und am selben Ort eine neue größere, nun steinerne, Burganlage errichtet. Quellen lassen darauf schließen, dass diese bis ins 16. Jahrhundert bestand, die Umstände ihrer Zerstörung sind unbekannt, heute ist lediglich der alte Burgwall zu erkennen. In einer Urkunde zur Gründung des nahegelegenen Antoniter-Klosters Tempzin vom 7. Juni 1222 wurde Bruile erstmals erwähnt. Die ältesten Teile der Kirche aus dem 13. Jahrhunderts standen zu dieser Zeit bereits. Reimar von Plessen erhob Brüel laut einer Urkunde von 1340 zum Stedeken, also zur Stadt mit wahrscheinlich Parchimer Stadtrecht. Dieses Jahr ist aber umstritten, da andere Quellen besagen, dass Brüel erst um 1377 Stadtrecht erlangte. Als Brüel bei einem Stadtbrand 1485 seine Privilegien verlor, erneuerte Heinrich von Plessen diese zwei Jahre später, 1502 stiftete er vier Vikareien. Sein Bild und das seiner Frau Abel von Lützow zieren noch heute eine Kirchenwand.

Neuzeit

Brüel blieb bis 1611 bei den von Plessens, in dieser Zeit wurde es auch immer wieder mit Schenkungen bedacht, wie z.B. mit einer noch heute existierenden Kirchenglocke von 1588. In der Folge wechselte Brüel häufiger die Besitzer, auch diese machten der Stadt immer wieder Schenkungen, wie Wilhelm Ludwig von Kohlhans der ihr 1698 ein größeres Armenhaus stiftete. Die Stadt war im Mittelalter durch einen Wall mit einem darauf befindlichen Plankenzaun und zwei Stadttoren, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden, befestigt. 1708 wurde Brüel auf Befehl von Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin zusätzlich noch mit einem Graben umgeben. Auf dem alten Burgberg wurde 1878 ein neues Schulhaus errichtet, dessen Kellergewölbe noch von der Burg stammt.

Ehrenbürger und verdiente Persönlichkeiten

Johannes Schulze,
1786 in Brüel geboren, war Bildungspolitiker und der Schöpfer des preußischen Gymnasiums

Dethloff Carl Hinstorff,
1811 in Brüel geboren, war ein mecklenburgischer Verleger.

Friedrich Schlie,
1839 in Brüel geboren, war ein deutscher Archäologe und Kunsthistoriker.

Wilhelm "Schausting" Harms
lebte und wirkte in Brüel als Schuster und Heimatschriftsteller.

Klaus Guth,
1940 in Brüel geboren, ist Schauspieler und Synchronsprecher

OMR Dr. Carl Brasch,
Arzt, Gründer und Leiter des Ambulatorium in Brüel, dies war das erste dieser Art in der damaligen DDR. Gründung war in der Möllermannschen Villa am Bahnhof am 1.11.1949.
1954 wurde der Dokumentar-DEFA-Film "Um den Menschen" von Regisseur Joachim Hellwig in Brüel gedreht. Im Auftrag des Ministerium für das Gesundheitswesen. Der Film dokumentierte in eindrucksvoller Weise die Arbeit von OMR Dr.Carl Brasch. Die Uraufführung fand in Brüel statt und wurde danach Republik weit gezeigt.
OMR Dr.Carl Brasch erhielt den höchsten Titel des Gesundheitswesens der DDR und wurde als "Verdienter Arzt des Volkes" ausgezeichnet.

Georg Jakstadt,
Schulleiter und Lehrer der EOS in Brüel

Luise Adam.
langjährige Bürgermeisterin

Sehenswürdigkeiten

* Die aus dem 13. Jahrhundert stammende einschiffige Stadtkirche mit einem zweijochigen Langhaus ist eine Backsteinkirche im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik.
* Das Rathaus wurde 1878 errichtet.
* Der Heuchert-Knoten an der B 104.
* Das Ehrengrab für den sozialdemokratischen Widerstandskämpfer Gustav Arndt, der 1934 im Zuchthaus Dreibergen-Bützow an den Folgen der erlittenen Folter starb. Seit 1948 trägt eine Straße im Ort seinen Namen, und seit 1984 erinnert dort an ihn eine Gedenktafel.

Quellenverzeichnis

Angaben aus www.wikipedia.de
- Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt - Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2008 (PDF; 522 KB) (Hilfe dazu)
- Ernst Eichler/Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Koch Verlag, Rostock, 2002, ISBN 3-935319-23-1